{"id":266,"date":"2016-10-20T10:58:22","date_gmt":"2016-10-20T09:58:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.laufzeitfehler.net\/?p=266"},"modified":"2017-01-06T14:43:06","modified_gmt":"2017-01-06T13:43:06","slug":"kapazitatsprufung-von-lagerplatzen-im-sap-wm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.laufzeitfehler.net\/index.php\/2016\/10\/20\/kapazitatsprufung-von-lagerplatzen-im-sap-wm\/","title":{"rendered":"Kapazit\u00e4tspr\u00fcfung von Lagerpl\u00e4tzen im SAP WM"},"content":{"rendered":"<p>Im Lagerverwaltungsystem der SAP (LE-WM) werden von Haus aus verschiedene Kapazit\u00e4tspr\u00fcfmethoden f\u00fcr die Lagerpl\u00e4tze angeboten. Im Hinweis 392776 werden diese noch mal detailliert vorgestellt. Ich m\u00f6chte diese Methoden noch mal im Einzelnen vorstellen und gegebenfalls auf ein vom Hinweis abweichenden Verhalten hinweisen. Prinzipiell unterscheidet die SAP erstmal zwei Gruppen von Pr\u00fcfmethoden:<\/p>\n<p><strong>(A) Kapazit\u00e4tspr\u00fcfung auf Quantebene (Pr\u00fcfmethoden 1 &#8211; 3):<\/strong> Die Pr\u00fcfmethoden 1 &#8211; 3 finden grunds\u00e4tzlich auf Quantebene statt. Das hei\u00dft, dass diese Pr\u00fcfmethoden nur sinnvoll in Lagertypen eingesetzt werden k\u00f6nnen, in denen die Mischbelegung verboten ist. Der Grund ist, dass bei Mischbelegung nicht die komplette Menge auf dem Lagerplatz zur Kapazit\u00e4tspr\u00fcfung herangezogen wird, sondern f\u00fcr jedes Quant einzeln gepr\u00fcft wird, ob es die Kapazit\u00e4t \u00fcberschreitet. Beispielsweise w\u00fcrde auch bei verschiedenen Chargen oder verschiedenen Bestandsqualifikationen desselben Materials mehrere Quants auf dem Platz entstehen, und f\u00fcr jede Charge (bzw. Bestandsqualifikation) w\u00e4re die maximal definiert Menge erlaubt.<\/p>\n<p><strong>(B) Kapazit\u00e4tspr\u00fcfung gem\u00e4\u00df neutraler Kennzahlen (Pr\u00fcfmethoden 4 &#8211; 6):<\/strong> Diese Pr\u00fcfmethoden erfordern die Definition dimensionsloser Kennzahlen f\u00fcr den Kapazit\u00e4tsverbrauch entweder im Materialstamm oder im Lagereinheitentyp. Au\u00dferdem muss im Lagerplatzstammsatz eine maximal erlaubte Kapazit\u00e4t hinterlegt werden. Die Grundaussage ist schon mal, dass die Pr\u00fcfmethoden 1-3 bei Mischbelegung keinen Sinn machen. Wie wir gleich noch sehen werden, ist das nicht immer richtig. Gehen wir mal die jeweiligen Pr\u00fcfmethoden im Einzelnen durch:<\/p>\n<p><em>Pr\u00fcfmethode 1 &#8211; Pr\u00fcfung nach maximalem Gewicht<\/em> Es wird bei einer Einlagerung oder Zulagerung gepr\u00fcft, ob das Gewicht des auf dem Lagerplatz entstehenden Quants das im Lagerplatzstammsatz angegebene Maximalgewicht \u00fcberschreitet und die Einlagerung in diesem Falle abgebrochen. Voraussetzung ist die Pflege der Gewichtsdaten im Materialstamm. Weiter hei\u00dft es in dem Hinweis, dass bei Mischbelegung <b>jedes einzelne Quant<\/b> auf einem Lagerplatz das maximale Gewicht erreichen darf. Eine Kombination mit Mischbelegung w\u00e4re f\u00fcr diese Pr\u00fcfmethode demnach nicht sinnvoll. Um es mit meinen eigenen Worten wiederzugeben: Wenn ich als maximales Gewicht eines Lagerplatzes 300 kg definiere und ich 260 kg von Material A auf diesen Lagerplatz habe, dann sollte es m\u00f6glich sein, dass 45 kg von Material B auch auf diesen Platz eingelagert werden k\u00f6nnten. Denn obwohl damit das maximale Gewicht von 300 kg \u00fcberschritten w\u00e4re, findet ja \u2013 laut Hinweis \u2013 die Pr\u00fcfung auf Quantebene statt und da liegen beide Gewichte unter den 300 kg. Gott sei Dank irrt hier der Hinweis, denn wenn man versucht die 45 kg von Material B auf diesen Platz einzulagern, bricht das System mit dem Fehler ab, dass das maximale Gewicht um 5 kg \u00fcberschritten ist. Obwohl zwei unterschiedliche Quants auf dem Lagerplatz liegen, pr\u00fcft das System die Summe der Gewichte der Quants gegen das maximale Gewicht des Lagerplatzes. Alles andere w\u00fcrde auch keinen Sinn machen.<\/p>\n<p><em>Pr\u00fcfmethode 2 &#8211; Pr\u00fcfung aufgrund Palettierung nach LET 1<\/em> Voraussetzung f\u00fcr diese Pr\u00fcfmethode ist die Pflege der Palettierungsdaten in der Lagerverwaltungssicht des Materialstammes. Es wird pro Quant maximal die in der ersten Zeile der Palettierungsdaten angegebene Menge zugelassen, unabh\u00e4ngig vom verwendeten Lagereinheitentyp. Die weiteren Palettierungsdaten werden nicht ber\u00fccksichtigt. Auch f\u00fcr diese Pr\u00fcfmethode sollte die Mischbelegung im Lagertyp nicht erlaubt sein, da sonst pro Quant die maximale Menge erreicht werden darf. In diesem Falle stimmt diese Aussage. Wenn man f\u00fcr das Material festlegt, dass 250 kg auf einer Palette liegen und von Charge A bereits 200 kg auf einen Platz eingelagert sind, dann kann ich keine 100 kg von Charge A einlagern, aber 100 kg von Charge B.<\/p>\n<p><em>Pr\u00fcfmethode 3 &#8211; Pr\u00fcfung aufgrund maximaler Menge pro Platz im Lagertyp<\/em> In den Lagertypdaten des Materialstammes k\u00f6nnen Sie eine maximale Menge Pro Lagerplatz pflegen (Sicht Lagerverwaltung 2). Bei der Pr\u00fcfmethode 3 werden die Quants des entsprechenden Materials bis maximal dieser Menge eingelagert. Auch hier gilt aus den oben genannten Gr\u00fcnden, dass die Mischbelegung verboten sein sollte. Dieses Verfahren wird h\u00e4ufig bei der Fixplatzstrategie angewendet \u2013 und macht auch hier eigentlich am meisten Sinn.<\/p>\n<p><em>Pr\u00fcfmethode 4 &#8211; Pr\u00fcfung gem\u00e4\u00df Kennzahl Material<\/em> In der Lagerverwaltungssicht des Materialstammes k\u00f6nnen Sie einen neutralen Kapazit\u00e4tsverbrauch, bezogen auf eine Mengeneinheit, definieren. In den Lagerplatzstammdaten mu\u00df dann eine Gesamtkapazit\u00e4t (ebenfalls neutral) hinterlegt sein. Bei der Einlagerung auf einen Lagerplatz wird die Restkapazit\u00e4t des Lagerplatzes aus der Gesamtkapazit\u00e4t abz\u00fcglich der Kapazit\u00e4t der eingelagerten Materialien berechnet und im Lagerplatzstammsatz gespeichert. Bei weiteren Ein- oder Zulagerungen wird diese Restkapazit\u00e4t zur Pr\u00fcfung, ob die Einlagerung auf diesem Platz erlaubt ist, herangezogen. Diese Pr\u00fcfmethode ist auch geeignet f\u00fcr Lagertypen mit Mischbelegung. Auch m\u00f6chte ich ein konkretes Beispiel geben, um den Sachverhalt zu verdeutlichen. Wenn man f\u00fcr ein Material A einen Kapazit\u00e4tverbrauch von 2 definiert, bedeutet das, dass pro Basismengeneinheit 2 Einheiten (was auch immer die Einheit ist) der Kapazit\u00e4t verbraucht wird. Also 300 kg verbrauchen dann zum Beispiel eine Kapazit\u00e4t von 600. Der Einfachheit halb verbraucht Material B auch pro kg die Einheit 2. Wenn nun der Lagerplatz eine Gesamtkapazit\u00e4t von 800 hat, bedeutet das, dass ich von Material B noch 100 kg einlagern darf. 101 kg w\u00fcrde das System nicht mehr zulassen. Mit folgender Formel kann man die Unterdeckung oder den \u00dcberschu\u00df eines Materials in Bezug auf die Gesamtkapazit\u00e4t errechnen:<\/p>\n<p>[(MatKapa * Menge) \u2013 GesKapa] \/ MatKapa mit MatKapa = Kennzahl im Materialstamm Menge = Menge GesKapa = Kennzahl im Lagerplatz<\/p>\n<p><em>Pr\u00fcfmethode 5 &#8211; Pr\u00fcfung gem\u00e4\u00df Kennzahl LET<\/em> Bei der Definition der Lagereinheitentypen kann pro Lagereinheitentyp ein Kapazit\u00e4tsverbrauch hinterlegt werden. Bei der Einlagerung wird dann aus der Gesamt- oder Restkapazit\u00e4t des Platzes und aus der Kapazit\u00e4t der Lagereinheit ermittelt, ob eine Einlagerung m\u00f6glich ist. Diese Pr\u00fcfmethode ist nur sinnvoll, wenn pro Platz mehrere Lagereinheiten erlaubt sind. Keinesfalls sollte die Pr\u00fcfmethode 5 in Zusammenspiel mit der Einlagerungsstrategie I (Zulagerung) verwendet werden. Eine Zulagerung w\u00fcrde keine neue Lagereinheit erzeugen, sondern auf eine bestehende Lagereinheit zulagern. Der Kapazit\u00e4tsverbrauch w\u00fcrde sich dabei nicht \u00e4ndern.<\/p>\n<p><em>Pr\u00fcfmethode 6 &#8211; Pr\u00fcfungen gem\u00e4\u00df Kennzahlen Material und LET<\/em> Diese Pr\u00fcfmethode stellt eine Kombination der Pr\u00fcfmethoden 4 und 5 dar. Sowohl im Materialstamm als auch im Lagereinheitentyp sollten die Kapazit\u00e4tsdaten gepflegt sein. Wird eine Lagereinheit auf einen Platz eingelagert, so verbraucht sowohl die Lagereinheit als auch das auf Ihr lagernde Material Kapazit\u00e4t. F\u00fcr diese Pr\u00fcfmethode sollte die LET-Pr\u00fcfung im Lagertyp eingeschaltet sein bzw. die Lagereinheitenverwaltung f\u00fcr den Lagertyp aktiv sein. F\u00fcr die Kapazit\u00e4tspr\u00fcfungen werden die Restkapazit\u00e4ten bzw. das belegte Gewicht in den Lagerplatzstammdaten bei jeder Ein- oder Auslagerung fortgeschrieben. Die Pr\u00fcfmethoden 5 und 6 machen auch nur bei Verwendung der Lagereinheitenverwaltung Sinn. Wichtig ist noch folgender Hinweis: Wird die Pr\u00fcfmethode im laufenden Betrieb abge\u00e4ndert oder werden Kapazit\u00e4ts- oder Gewichtsdaten von Materialien oder Lagereinheitentypen ver\u00e4ndert, so ist ein Abgleich der Daten erforderlich. Hierf\u00fcr stellt die SAP den Report RLS10200 zur Verf\u00fcgung. Damit kann man die Lagerpl\u00e4tze aktualisieren \u2013 sofern sie nicht durch offene Transportauftr\u00e4ge gesperrt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Im Lagerverwaltungsystem der SAP (LE-WM) werden von Haus aus verschiedene Kapazit\u00e4tspr\u00fcfmethoden f\u00fcr die Lagerpl\u00e4tze angeboten. Im Hinweis 392776 werden diese noch mal detailliert vorgestellt. 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