RFID in der Intralogistik

Die Logistik steht permanent in der Herausforderung, die eigenen Kosten gering und Prozesse äußerst effektiv zu gestalten, damit das eigene Unternehmen wettbewerbsfähig bleibt. Dabei muss der Spagat zwischen hoher Lieferfähigkeit auf der einen Seite und niedrige Sicherheitsbestände und Prozesskosten auf der anderen Seite bewältigt werden. Die RFID-Technologie verspricht durch ihre einfache Handhabung im Prozess eine Steigerung der Effizienz. Doch dem gegenüber stehen Investitionskosten für die notwendige Hardware und Implementierung von Software und laufende Kosten wie die Beschaffung von RFID-Tags, so dass die erhoffte Effizienzsteigerung durch die Gesamtkosten wieder egalisiert wird.

Doch gerade wenn es um die Optimierung der Intralogistik geht, lohnt sich eine nähere Betrachtung einer RFID-Lösung. Denn in diesem Fall halten sich die laufenden Kosten für die kontinuierliche Beschaffung von RFID-Tags in Grenzen. Gerade wenn Behälter oder Paletten, die den internen Kreislauf nicht verlassen, mit RFID identifiziert werden sollen, müssen diese nur einmalig mit Tags versehen werden. Außerdem müssen Schnittstellen zu Partner der Supply Chain nicht betrachtet werden. Das vereinfacht die Implementierung des neuen RFID-Prozesses und der notwendigen Software. Ein Beispiel für die Anwendung von RFID in der internen Logistik ist die RFID-Unterstützung des Kanban-Prozess für die Produktionsversorgung im Daimlerwerk in Zuffenhausen. Das untenstehende Video gibt hierzu einen Überblick.

Über die RFID-Tags der Kanbankarten kann das System die Mengen der jeweiligen Materialien ermitteln und die notwendige Umbuchung sofort im ERP-System anstoßen. Der Mitarbeiter muss nicht jede einzelne Kiste für seinen Routenzug nicht einzeln mit einem Scanner erfassen. Dies bedeutet eine Beschleunigung des Prozesses und kann in der Folge entweder zur Einhaltung des Zeitplan für den Routenzug oder gar eine höhere Taktfrequenz führen. Systemseitig entsteht eine höhere Sicherheit, dass die Bestände stimmen.
Ein weiteres Beispiel für die Verwendung der RFID-Technologie wird im folgenden Video vorgestellt. Bei diesem Projekt war ich selber mit involviert.

Hier wurden die Paletten und die Lagerplätze mit RFID-Tags versehen. Dadurch konnten die Paletten im Lager umgelagert werden, ohne dass der Mitarbeiter seinen Gabelstapler verlassen musste. Durch die hohe Frequenz von Bewegungen bedeutete dies eine signifikante Effizienzsteigerung im Lager auf der einen Seite und eine erhöhte Bestandstransparenz durch Realtime-Buchungen. Dadurch konnten Sicherheitsbestände erheblich reduziert und Zusatzkosten durch kurzfristrige Nachschubbestellungen gänzlich vermieden werden. Da lediglich die Paletten idenfiziert wurden, war es nicht nötig jedes einzelne Material mit einem Tag zu versehen. Das Lagerverwaltungssystem wusste, was sich auf der jeweiligen Palette befand, und konnte die notwendige Umbuchung anstoßen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich eine Betrachtung von RFID als unterstützende Technologie lohnt, wenn…

  • …die RFID-Tags im eigenen Kreislauf verbleiben und immer weiter wiederverwendet werden können. Wenn zum Beispiel eine Palette 100 Durchläufe mitmacht, sind die Kosten für einen RFID-Tag vernachlässigbar. Auch wenn die Anschaffungskosten durch die Notwendigkeit von Spezialtags höher als normal sind.
  • …die Identifizierung von Paletten oder Behältern ausreicht und nicht jedes einzelne Material getagt werden muss. Die Identifizierung der jeweiligen Materialien erfolgt dann im nachliegenden ERP-System. Das hält die Kosten für RFID-Tags in einem engen Rahmen. Vorallem weil in diesem Falle einfache Read-Only-Tags ausreichen.
  • …die RFID-Erfassung eine hohe Anzahl manueller Prozesse durch Automatisierung ersetzt. Auch wenn man schon eine manuelle Datenerfassung im Einsatz hat, kann die Nutzung von RFID den Prozess beschleunigen. Bei einer entsprechend hohen Frequenz kann bereits eine Zeitersparnis von einigen Sekunden unterm Strich eine deutlich merkbare Effizienzsteigerung bedeuten.

Gerade die Fortschritte in der RFID-Technologie, wodurch sogar das Taggen von metallischen Objekten möglich wird, lassen Anwendungen von RFID zu, die vielleicht vor einigen Jahren noch nicht denkbar waren.

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