Microsoft übernimmt Karrierenetzwerk LinkedIn

Wie Microsoft und LinkedIn heute mitgeteilt haben, wird der Softwarehersteller aus Redmond das Karrierenetzwerk übernehmen. Microsoft bietet 196 Dollar je LinkedIn-Aktie, was gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag einen Aufschlag von annähernd 50% bedeutet. Damit würde der gesamte Deal Microsoft insgesamt 26,2 Milliarden Dollar (23,3 Milliarden Euro) kosten und damit die teuerste Übernahme der Geschichte von Microsoft sein. Bislang haben die Redmonder für die Übernahme der Handy-Sparte von Nokia mit 5,4 Milliarden Dollar am tiefsten in die Tasche gegriffen. LinkedIn verfügt über 433 Millionen Nutzer weltweit. Zum Vergleich: der Konkurrent Xing verfügt lediglich über 10 Millionen Mitgliedern in Deutschland, Österreich und der Schweiz – beschränkt sich aber in seinem Geschäft auf diese Region. LinkedIn soll – laut Microsoft – als eigene Marke erhalten bleiben.

Obwohl sich die Anleger in einer ersten Reaktion sich nicht überzeugt von dem Deal zeigten und aus diesem Grunde die Microsoft-Aktie zum Auftakt des US-Handels um rund vier Prozent fiel, denke ich, dass dieser Deal durchaus sinnvoll ist. Microsoft hat bereit eingesehen, dass die Strategie Windows 10 auf allen Plattformen zu etablieren, quasi gescheitert ist und will sich deswegen auf Businesskunden konzentrieren. Tablets und Smartphones können hier in der Domäne von Microsoft den Redmondern noch nicht das Wasser reichen. Und so wird Windows nicht das wichtigste Standbein sein und langsam mit den letzten PC’s aussterben. Office365 und andere mobile Cloud-Lösungen werden das neue Kerngeschäft von Microsoft. Mit der Fokussierung auf Businesskunden liegt es auf der Hand, dass ein soziales Karrierenetzwerk eine gute Ergänzung zum eigenen Lösungsportfolio darstellt. Man ist nah an potentiellen Kunden und kann als positiven Nebeneffekt auch auf Daten der 433 Millionen Mitgliedern zugreifen. Mit einer Verzahnung der eigenen Dienste, kann man den Mitgliedern den Austausch von Officedaten über die Linked-Plattform anbieten und so die Kunden noch mehr an sich binden. Jedoch: Das Ganze steht und fällt mit der Geschwindigkeit der LinkedIn-Integration in Microsoft und wie schnell sich etwaige Synergieeffekte einstellen können.

Die Zukunft wird zeigen, ob diese Strategie langfristig Früchte tragen wird.

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